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Tipps zum Einstieg in die Kostenrechnung

News | KLINGER Bilanzbuchhaltung e.U.

Tipps zum Einstieg in die Kostenrechnung

Einer Buchhaltung entnehmen Sie, wieviel Gewinn bzw. Verlust Ihr Unternehmen macht und welchen Wert Vermögenspositionen zu einem Stichtag aufweisen und wie diese mit Kapital bedeckt sind. Wieviel Sie in einer Sparte, mit einem Produktbereich oder mit einzelnen Produkten und Dienstleistungen verdienen, sehen Sie hingegen nicht. Wenn Sie sich fragen, mit welchen Kostensätzen bestimmte Leistungen zu kalkulieren sind, so ist es an der Zeit den Einstieg in die Kostenrechnung zu wagen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten. Einzelkosten sind jene Kosten, die Sie direkt Ihren Produkten und Dienstleistungen zuordnen können, zB der Wareneinsatz gemäß Stückliste oder die Fremdleistungskosten. Gemeinkosten sind hingegen jene Kosten, die einem Produkt nicht direkt zurechenbar sind, wie zB die Stromkosten des Gebäudes (denn wieviel anteiliger Gebäudestrom ist in einem Stück eines Produktes enthalten?). Gemeinkosten sind somit mit entsprechenden Verrechnungsschlüsseln in die Produkte und Dienstleistungen einzurechnen.

Die einfachste Form der Kostenrechnung ist daher die Trennung in Einzel- und Gemeinkosten. Dies gelingt Ihnen in der Regel schon in der Buchhaltung. Buchen Sie die typischen Einzelkosten auf andere Konten als die Gemeinkosten. Summieren Sie in der Folge die Gemeinkosten und dividieren Sie diese durch eine geeignete Kalkulationsbasis, wie zB Einzelkosten oder Mengen wie Stunden, Stück, sodass im ersten Fall ein Aufschlag auf die Einzelkosten entsteht (zB Materialgemeinkostenzuschlag) und im letzteren Fall Gemeinkosten pro Stunde, Stück, Laufmeter etc.

Im nächsten Schritt könnte man nun Gemeinkosten nach Bereichen unterteilen, sich über kalkulatorische Kosten Gedanken machen oder prüfen, ob bereits eine Kostenträgerrechnung abgebildet wird.

Hat man ein stimmiges Kostenrechnungssystem erzeugt, so wird man im nächsten Schritt vielleicht in variable und fixe Kosten trennen, um so eine Deckungsbeitragsrechnung erstellen zu können.

Wenn Ihre Kostenrechnung gut läuft, werden Sie wahrscheinlich schon bald neue Anforderungen an Ihr Rechenwerk stellen. Entwickeln Sie Ihr System langsam aber stetig weiter.

 

(Stand 09/18)